Reisebericht von Ludescher Martin
Nun ein Bericht aus meiner Sicht zur Pokerchallenge in Wien. Als erstes möchte ich allen danken, die dabei waren. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht mit euch zusammen ein ganzes Wochenende im Casino zu verbringen. ;-)
Die Geschichte eines wunderschönen Wochenendes aus meiner persönlichen Sicht. Die Anreise erfolgte am Samstag. Wir fuhren gemeinsam von der Autobahnraststätte in Hohenems um 7:45 Uhr morgens los. Nach 2 oder 3 Pausen und ein paar Stunden später kamen wir in Wien an. Um 16:30 Uhr betraten wir Hoch motiviert das CCC in Wien. Wir aßen noch eine Kleinigkeit und um 18:00 Uhr begann schlussendlich das Turnier. Mit einem sehr kleinen Stack von 2000 chips begannen wir mit Level 1 und blinds von 25/25. Die ersten drei Blindlevels dauerten 30 Minuten und in dieser Zeit konnte man auch einen Rebuy um stolze 50 Euro machen. Dafür bekam man wieder 2000 Chips. An meinem Tisch machten dass auch 6 Leute und nebenbei bemerkt waren 3 von denen auch wieder schneller pleite als sie es für möglich hielten und konnten nicht mal den Add-on machen. Nach der Rebuyphase war der Add-on angesagt. Für 50 Euro 4000 Chips, dass war ja doch schon mal etwas. In der letzten Hand der Rebuyphase hatte ich dann noch etwas Glück. Denn ich bekam pocket 7 auf die Hand. Nach einem Preflop-Raise eines Spielers auf 550 Chips überlegte ich sogar zu folden, denn ich wollte nicht unnötig Chips investieren. Ich callte dann aber und durfte mich gleich über einen gefloppten Poker freuen. Ich schaute zur Sicherheit zwar nochmals nach, aber es änderte sich nichts daran. Mein Gegenüber spielte auf dem Flop an und ich callte nur. Der Turn wurde gecheckt und nach dem River checkte er erneut. Ich spielte ungefähr halb Potsize an und er schmiss weg. Schade, dass er nicht mehr bezahlen wollte. Ich machte den Add-on und hatte dann so ca. 12.000 Chips. Die Struktur der Blinds war unglaublich. Die Levels gingen dann runter auf 20 Minuten und die Blinds wurden fast immer verdoppelt. Ein paar Stunden vergingen und ich merkte, wie sich das Teilnehmerfeld immer verkleinerte. Ich musste dann auch feststellen, dass einige meiner mitgereisten Kollegen ausgeschieden waren. Mir ging es gut an meinem Tisch. Ich hatte noch zwei weitere Mitspieler die etwas von Poker verstanden. Die anderen Leute kamen und gingen meist wenig später ohne Chips wieder vom Tisch. ;-) Wir spielten ungefähr bis 23:00 Uhr am gleichen Tisch bevor unser Tisch aufgelöst wurde. Danach wurde es etwas wilder. Mein Stack ging auf und ab. Schlussendlich landeten Phillip Rosenkranz (CM) und Helmut Wagner (VPSV) an meinem Tisch. Es war dort schon geschätzte 1:00 Uhr morgens. Es wurde bis um 2:00 Uhr gespielt. Helmut ging in einer der letzten Hände all-in und verlor leider. So war es um ihn geschehen. Die einzigen 3 verbliebenen Spieler waren also Phillip Rosenkranz, Joachim Wanger und Ich, die Tag 1 überlebten. Eine der letzten Hände hatte für mich noch viel zu bedeuten. Mit einem Stack von ungefähr 30.000 Chips und im Big-Blind schaute ich in meine Hole-Cards nachdem alle bis zum Small-Blind foldeten und der all-in ging mit ca. 15.000 Chips. Die Blinds waren übrigens nun schon auf 2.500 und 5.000 Ante glaube ich 500. Ich fand A 10 off und überlegte eine Weile. Mein Problem war, dass der Small-Blind zuvor sehr tight spielte. Schlussendlich callte ich und sah Pocket 3er bei meinem Gegner. Also ein Coin-Flip. Der Flop kam dann runter mit KQ6, meine Outs wurden um 4 Stück erweitert. Auf dem Turn kam dann die erlösende Karte. Ein J somit war meine Straße perfekt und nicht einmal eine 3 würde ihm helfen. Der River kam dann mit einer 8. Mein Stack vergrößerte sich dann auf 44.900 Chips. Phillip hatte ca. 11.000 und Joachim glaube ich ca. 33.000. Ganze 23 Spieler hatten Heat 2 überlebt.
Tag 2
startete um 13:00 Uhr. Insgesamt 48 Spieler waren noch dabei. 23 von Heat 2 und 25 vom Ersten. Insgesamt spielten 369 Leute mit. So nun wieder zurück zum Wesentlichen. Die Blinds wurden dann zum Glück auf 1.500 und 3.000 ante 300 zurückgestuft. Ich hatte dann ein paar up and down`s. Mein Stack schmolz immer weiter und ich musste etwas unternehmen. Ich stellte dann mit Pocket 2 und Pocket 3 jeweils einmal all-in und wurde zum Glück nie gecallt. Dann kam wieder eine Schlüsselhand für mich. Ich war im Big-Blind mit 74 off und es callten 3 Spieler. Ich checkte und traf den Flop. Mit 457 im Flop und einem Check vom Small-Blind überlegte ich kurz und stellte meine restlichten Chips hinein. Bis zum Small-Blind foldeten alle und der callte mich mit K6. Er hatte also einen Straight Draw. Meine two Pair hielten und mein Stack vergrösserte sich auf mehr als 110.000 Chips. Zu diesem Zeitpunkt musste ich dann leider feststellen, dass ich der einzige überlebende Vorarlberger war. Joachim und Phillip mussten leider schon früher gehen. Als nur noch ca. 15 Spieler im Rennen waren, wurde es für mich unglaublich eng. Ein Spieler der eigentlich schon lange ausgeschieden sein sollte - nachdem ich ihn mit AK raiste, er mit K7 auf dem River noch eine 7 getroffen hatte, er seinen winzigen Stack von 4.700 Chips verdoppelte und dann anschließend mit guten Händen immer wieder aufdoppelte - wurde mir fast zum Verhängnis. Er fiel mir durch seine Spielweise mit den Assen auf. Denn er hatte in der Zeit bis zu dem Zeitpunkt den ich euch gleich erzähle 2 mal die Asse slow gespielt. Er callte aus einer frühen Position wieder einmal. Alle bis zu mir folden. Ich schaue in meine Karten und sehe KK. Ich schaue auf den Tisch und frage diesen Typen ob er schon wieder Asse slow spielt. Er grinst nur etwas verlegen und gibt mir nicht wirklich eine Antwort. Ich überlege was ich nun machen soll. Ich entschließe mich zu raisen. Ich schiebe einen 10er Turm 5.000er hinein. Fast die hälfte meines Stacks, denn ich bin bereit mit dieser Hand alles zu riskieren. Alle folden bis zu diesem Typen. Nach kurzem Überlegen stellt er all-in und ich calle sofort. Schlimmer kann es gar nicht kommen. Er zeigt mir seine Assen. Ich springe auf und schmeiße meine Könige mit voller Wucht auf den Tisch. Ich ahnte es ja schon aber ich konnte nicht loslassen. Ich glaubte es war um mich geschehen. Der Flop kam runter ohne mir zu helfen. Doch dann passierte es. Eines meiner 2 outs kam auf dem Turn. Ich konnte es kaum glauben. Der River half ihm nicht mehr und mein Stack vergrösserte sich auf mehr als 200.000 Chips. Danach musste ich erstmals wieder zur Ruhe kommen. Ich spielte keine Hand mehr bis zum Final Table.
Der Final Table:
Ich bekam einen Platz zwischen den beiden Chipleadern. Nicht gerade, dass was ich wollte. Ich versuchte das Beste daraus zu machen. Es dauerte nicht sehr lange bis der Erste sich als 10.er verabschieden musste. Zu diesem Zeitpunkt lag der durchschnittliche Stack bei ca. 320.000 Chips. Ich hatte nach einer Runde Blinds und den Antes nur noch 172.000 Chips übrig. Ich hatte von vornherein schon gesagt, dass ich auf Sieg spielen würde. Ich wollte eines der 3 Tickets für die WSOP ergattern und nicht als 5ter oder 6ter ausscheiden, weil mich die Blinds und Antes aufgefressen haben, und dann kam es zu meiner letzten Hand. Ein Spieler 3 Positionen rechts von mir eröffnete die Runde in 4ter Position nach dem BB mit einem Raise auf 50.000. Die beiden Spieler rechts von mir foldeten. Ich war am Button und blickte in meine Karten. Ich fand pocket 10. Nach längerem Überlegen und Analysieren des Raisers kam ich zum Entschluss meine restlichen Chips reinzustellen. Meine Beweggründe für diesem Spielzug waren zum einen, dass ich den small und den big Blind nicht in diesem Pot haben wollte und die Ausschlaggebenste Sache war, dass der Raiser evtl. noch wegschmeißt wenn er Overcards wie AQ oder AJ hält, weil er auch mehr Chips als ich hatte und sonst hätte ich immer noch einen Coin-Flip. Er hatte auch vor diesem Raise in anderen Händen immer wieder geraist und darum habe ich ihm kein Overpair gegeben. Doch es kam wie es kommen musste. Der SB foldete und bevor der BB etwas sagen konnte schrie er schon call und deckte KK auf. Der BB foldete darauf hin natürlich und der Pokergott meinte es nicht mehr gut mit mir. Das Board half mir nicht mehr und somit war ich draussen. Im Nachhinein habe ich oft über diesen Spielzug nachgedacht und bin mir immer noch nicht sicher ob es richtig war, aber im Nachhinein kann man es ja nicht mehr ändern.
Ich muss sagen, ich hatte echt eine super Unterstützung am Final Table. Meine Kollegen standen alle hinter mir und gratulierten mir nach meinem Ausscheiden. Ich bin stolz, dass ich die Ehre der Cardmasters am Final Table vertreten durfte.
Ich fand es war ein super Ausflug und ich hatte richtig viel Spaß und hoffe, dass wir so etwas bald wiederholen können. Also bis bald euer Martin Ludescher
zur Galerie -> http://cardmasters.at/galerie/mermaid-poker-challenge-wien
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